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Ausblick 2019: Von Trends und Träumen

| Miriam Mirza | Aus dem Unternehmen

Thomas Lichtenberg
Geschäftsführer Thomas Lichtenberg

Das neue Jahr hat begonnen und 2019 verspricht ein Gutes zu werden. Die Digitalisierung schreitet weiter voran und es gibt viele spannende Themen, mit denen sich Marabu und die ganze Branche beschäftigen werden. Welche das sind, berichtet Thomas Lichtenberg, Geschäftsführer bei NEXUS / MARABU GmbH.

Worauf können sich Kunden von Marabu in 2019 freuen?

Wir werden durch eine Neustrukturierung des Vertriebs von NEXUS Deutschland unsere Bestandskunden regelmäßiger erreichen. Das war durch interne Ressourcenprobleme in den letzten Jahren nicht immer optimal.  Darum werden wir das angehen, um den Kontakt zum Kunden enger zu halten und dichter an deren Anforderungen zu sein.

Was ist mit dem PEGASOS-System? Wird es Neuerungen geben?

Wie in jedem Jahr werden wir PEGASOS nach den Kundenbedürfnissen weiterentwickeln und da haben wir ein paar sehr unterschiedliche Trends festgestellt.

Welche Trends sind das?

In den letzten Jahren haben wir eine deutliche Zunahme der Anfragen bezüglich digitaler Eingangsrechnung vermerkt. Das zentrale Thema an dieser Stelle ist die Verarbeitung von X-Rechnungen. Das sind digitale Rechnungen, die so ausgetauscht werden, dass diese maschinell verarbeitbar sind. Heute werden im Gesundheitswesen eher klassische Rechnungen aus Papier oder als PDF verschickt. Diese müssen mühselig mit einem aufwendigen technischen Verfahren gescannt und als Bild analysiert werden.

Der Gesetzgeber hat nun ein paar Vorgaben gemacht, wie digital verarbeitbare Rechnungen aussehen können und in diesem Jahr zündet quasi die zweite Stufe, die die Verbreitung dieser Rechnungen - gerade in öffentlichen Einrichtungen - vorantreiben wird. Wir erwarten, dass das einen Mitreißeffekt haben wird, der sich auf das gesamte Gesundheitswesen auswirkt. Für den Prozess der Rechnungsfreigabe ist das mehr eine Revolution als eine Evolution. Wir werden unser PEGASOS-Rechnungseingangsmodul mit solchen Funktionen ausstatten, sodass unsere Kunden davon profitieren können.

Welche Themen werden Sie außerdem im neuen Jahr beschäftigen?

Da ist der einrichtungsübergreifende Austausch von Gesundheitsdaten. In den letzten Jahren gab es schon Bestrebungen von einzelnen Kostenträgern, also Krankenkassen, das Thema voranzutreiben und für ihre Patienten proprietäre Akten aufzubauen. Das ist nun durch eine von der gematik im Dezember 2018 veröffentlichte Regelung auch bundesweit auf einem einheitlichen Weg. Damit können wir Lösungen, die wir bisher kundenspezifisch erarbeitet haben, auf eine einheitliche Basis stellen. Wir sind da gut aufgestellt. Auch durch unsere internationale Arbeit, die wir zum Beispiel in Österreich leisten. Dort sind mit der elektronischen Gesundheitsakte ELGA die Normen schon länger vorhanden.

Gibt es weitere Bereiche, in denen Sie 2019 tätig werden wollen?

Ein dritter Bereich, wo wir in diesem Jahr wichtige Neuerungen sehen, ist so etwas wie cloudbasierte Archivierung. Wir hatten vor zwei Jahren begonnen, mit mehreren Anwendern dahingehend konzeptionell zu arbeiten. Mit unserem Partner DMI haben wir eine Lösung geschaffen, bei der wir lokale ECM- oder DMS-Systeme mit den Vorteilen eines lokalen Systems wie Ausfallsicherheit und schnelle Verfügbarkeit  mit den Vorteilen von cloud-basierten Diensten, also dem Betrieb in einem Rechenzentrum und der Auslagerung von aufwendigen Prozessen wie der revisionssicheren Archivierung, in einem Backend verbinden. Wir wollten eigentlich letztes Jahr nur einen Piloten starten, konnten aber schon fünf Kunden gewinnen. Das werden wir in diesem Jahr auch breiter anbieten.

Sehen Sie Trends für 2019, die die ganze Branche betreffen?

An dieser Stelle sehe ich das Zusammenwachsen von klinischen mit administrativen Akten als Trend. Es gibt Anbieter auf beiden Seiten und es wird sich zeigen, dass man die Anforderungen beider Bereiche beachten muss, um die Anforderungen, die heute an ein ECM-System gestellt werden gut abdecken zu können.

Wo liegt hier die Zukunft?

Wir glauben, nicht in getrennten Systemen. So wie die Abteilungen von Unternehmen und Krankenhäusern immer mehr miteinander verschmelzen, muss man solche Prozesse übergreifend anschauen und angehen. Das hat zur Folge, dass viele Krankenhäuser auch über die Optimierung ihrer Prozesse nachdenken.

Der Trend ist also auch schon in den Krankenhäusern angekommen?

Ja, was die Kliniken auch beschäftigt ist, dass man allmählich wegkommt von  unstrukturierten Informationen hin zu strukturierten. Lange wurden in Bereichen wie Dokumentenmanagement und Enterprise Content Management PDFs oder Scans genutzt, obwohl man wusste, dass die Inhalte der Dokumente das Entscheidende für die Prozessoptimierung sind. Auch hier sind wir mit verschiedenen Partnern dabei, die inhaltliche Erschließung dieser Informationen voranzutreiben.

Was würden Sie sich für die nächsten 12 Monate wünschen? Der Politik? Von den Kunden?

Der größte Wunsch wäre, den Fachkräftemangel in den Griff zu bekommen. Wir erleben auch als Unternehmen, dass gute Mitarbeiter nur schwer zu finden sind. Von der Politik hätte  ich gern die schnelle Regelung gesetzlicher Rahmenvorgaben. Von Kundenseite wünsche ich mir Weitsicht und das Verständnis dafür, dass Innovationen auch Kraft und Investitionen kosten. Das ist aber bei vielen unserer Kunden auch angekommen.

Das klingt, als würden Sie sehr optimistisch auf das vor uns liegende Jahr sehen.

Oh ja, 2018 war das beste Jahr unserer Firmengeschichte. Wir wollen alles dafür tun, dass das so weitergeht. Und das heißt, das Ohr am Markt zu haben und genau zu schauen, was unsere Kunden bewegt und die wichtigen Trends aufzugreifen.

Das Interview führte Miriam Mirza.

Über den Autor

Miriam Mirza

Die Journalistin Miriam Mirza hat Germanistik und Anglistik studiert und arbeitet als Fachredakteurin für das Magazin E-HEALTH-COM.

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