Startseite / Magazin / Nachricht

Vernetztes Gesundheitswesen – Wir müssen miteinander reden!

| Marabu-Redaktionsteam | Aus dem Unternehmen

Im Sinne der Patienten müssen Krankenhäuser zunehmend mit externen Einrichtungen, wie  radiologischen Praxen, Laboren, Experten in Spezialkliniken und Einweisern „reden“. Oder anders gesagt: Sie sollen Patienteninformationen wie Dokumente, Daten und Bilder untereinander austauschen, um Doppeluntersuchungen zu vermeiden und um den Patienten mit dem geballten Wissen zur Behandlungshistorie besser und schneller zu helfen. Ein vom Gesetzgeber initiierter Weg dahin ist die einrichtungsübergreifende elektronische Patientenakte in der Telematikinfrastruktur (TI). Soweit die Theorie – doch wie kann die Kommunikation zwischen Krankenhausinformationssystemen (KIS) und elektronischen Akten in der Praxis gelingen?  

Wer mit wem und auf welcher Basis?

Um diese Frage beantworten zu können, müssen wir zunächst etwas Klarheit in das Thema bringen. Denn die elektronische Patientenakte (ePA) in der TI gibt es so noch gar nicht. Im Dezember 2018 hat die gematik erst die gesetzlich geforderten Spezifikationen, Zulassungsverfahren und Feldtestkonzepte für elektronische Patientenakten (ePA) nach Paragraf 291a SGB V veröffentlicht. Was es bereits gibt, das sind die sogenannten elektronischen Gesundheitsakten (eGA), die manche Krankenkassen ihren Versicherten als Satzungsleistung auf Basis § 68 SGB V anbieten. Beide Akten fungieren als Sammelstelle für Gesundheitsdaten und wurden bereits in unserem Magazin insbesondere im Hinblick auf ihre Sicherheit beschrieben.

Momentan geht es also (noch) um den Datenaustausch zwischen Krankenhäusern und der eGA. Die Hoheit über die Daten in der eGA hat der Patient und er bestimmt, welcher Arzt auf welche Daten Zugriff hat. Die Nutzung durch den Arzt ist allerdings freiwillig. Sicher ist aber, dass die Gesundheitsakten nur eine Übergangslösung sind und Krankenkassen ab dem Jahr 2021 verpflichtet sind, eine der gematik-Spezifikation entsprechende ePA anzubieten. Auch wenn Experten die mangelnde IHE-Konformität und eine effektive Umsetzbarkeit der ePA-Spezifikation bezweifeln, so werden Krankenhäuser über kurz oder lang in der Lage sein müssen, ihre Behandlungsinformationen an externe standardisierte Patientenakten zu übergeben.

IHE-konforme Datenautobahn zwischen KIS und eGA

NEXUS / PEGASOS bietet als IHE-konformes Archiv- und ECM-System beste Voraussetzungen, um die Welt des klassischen KIS mit der externen Akte zu verbinden. Aktuell entwickeln IBM und NEXUS zusammen einen eGA-/ePA-Konnektor für PEGASOS, der als Datenautobahn zwischen der eGA „TK-Safe“ der Techniker Krankenkasse und dem jeweiligen Krankenhausinformationssystem (KIS) sowie Abteilungssystemen fungiert. Die technische Basis bildet dabei eine erprobte IHE-Architektur als offene Komponente zum Austausch verschlüsselter medizinischer und multimedialer Patientendaten, die dann auch auf andere Gesundheits- und Patientenakten anwendbar ist.

Über die sogenannte PEGASOS EGA-Bridge können finale und validierte Informationen der aktuellen Behandlung workflowgestützt an externe Akten weitergeleitet werden. Dies geschieht anhand eines Regelwerkes, z.B. durch Patienteneinwilligungen oder andere Behandlungsparameter wie Diagnosen. Die integrierten Archivfunktionen in PEGASOS sichern auf der einen Seite die Unveränderlichkeit der ausgeleiteten Informationen und können auf Wunsch auch deren Authentizität durch persönliche Signaturen oder Institutssiegel und digitale Zeitstempel sicherstellen.

Auch der Zugriff auf externe Patientenakten für die Anwender des KIS wird durch PEGASOS unterstützt. Dabei können Informationen aus der eGA (und später ePA) durch den Arzt eingesehen und bei Bedarf in die eigene digitale Patientenakte übernommen werden. Da PEGASOS krankenhausintern als IHE-Gateway agiert, kann dieser Zugriff direkt aus dem KIS erfolgen, sofern dies einen IHE-XDS-Consumer beinhaltet. Bei der Zuordnung der Inhalte aus externen Akten zu den eigenen Strukturen unterstützt PEGASOS mit einem Mapping der Dokumentklassifizierung auf die eigene Aktenplanstruktur. So finden Anwender alle Dokumente am gewohnten Platz.

Den Inhalten sind dabei fast keine Grenzen gesetzt: sowohl klassische PDF-Befunde als auch CDA-Dokumente, Bilder oder Videosequenzen können über die enthaltenen IHE-Profile, auf denen die Kommunikation basiert, ausgetauscht werden.

Herstellerneutral einsetzbar

Die PEGASOS Lösungsbausteine können flexibel mit Produkten anderer Hersteller kombiniert werden, sofern diese die entsprechenden Standards unterstützen. So unterstützen wir Krankenhäuser dabei, externe Patientenakten unabhängig von KIS- und eGA-/ePA-Anbieter in ihre Klinik-IT zu integrieren: für eine einfache Kommunikation im Sinne der Patienten.

Weitere Informationen

Sie wollen mehr wissen? Vereinbaren Sie einen Termin auf der DMEA in Berlin und lassen Sie sich beraten.

Über den Autor

NEXUS / MARABU Redaktionsteam

Das NEXUS / MARABU Redaktionsteam besteht aus Mitarbeitern verschiedener Fachabteilungen, die ihren Erfahrungsschatz sowie interessante News und Links zu Branchenthemen abwechselnd in unserem Magazin veröffentlichen.

Zurück