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Telemedizin in Deutschland nimmt Fahrt auf

| Miriam Mirza | Aus der Branche

Was den Einsatz der Telemedizin angeht, hat man in Deutschland deren Potenzial noch längst nicht ausgeschöpft. Das ist schade, denn sie birgt viele Benefits, sowohl für Leistungsträger als auch für Patienten. Deren Behandlung könnte verbessert und die Therapiesicherheit erhöht werden. Dieses Jahr könnte nicht zuletzt durch das eHealth-Gesetz Schwung in die Sache kommen.

Medizinische, technische, rechtliche Anforderungen

Von der Telekonsultation, über Teleradiologie bis hin zur Telepsychologie - es gibt seit Jahren unzählige Telemedizin-Projekte in Deutschland. Bei deren Umsetzung galt es zunächst, die medizinischen, technischen und rechtlichen Herausforderungen zu meistern. So ist beispielsweise aus medizinischer Sicht sicherzustellen, dass die telemedizinische Behandlung den medizinischen Qualitätsstandards entspricht. Außerdem ist es für die Akzeptanz solcher Modelle durch den Patienten von großer Wichtigkeit, dass jener nicht das Gefühl bekommt, die Telemedizin ersetze die Arzt-Patienten-Beziehung. Vielmehr dient sie nur als sinnvolle Ergänzung.

Telemedizin ist nicht ohne den Einsatz von modernen Informations- und Kommunikationstechnologien denkbar. Das setzt jedoch Systeme voraus, die gemeinsamen technischen Standards entsprechen und interoperabel sind. Darüber hinaus muss beim Austausch von Daten auf deren Sicherheit geachtet und garantiert werden, dass sie nicht in falsche Hände geraten. Diesen und anderen Anforderungen mussten die verschiedenen Telemedizin-Projekte gerecht werden, um erfolgreich arbeiten zu können. In den letzten Jahren haben es diverse Projekte geschafft, die Hürden zu nehmen und die Akteure konnten wertvolle Erfahrungen sammeln.

Wer soll das bezahlen?

Was es telemedizinischen Diensten stets schwer gemacht hat, in der Breite Anwendung zu finden, war die Frage der Kostenerstattung. Bisher gehörte die Telemedizin nicht in die Regelversorgung, was eine Bezahlung durch die Krankenkassen erschwerte. Dies soll sich nun bald ändern. Immer mehr Institutionen bemühen sich um eine Honorierung solcher Dienste. Kürzlich gründete beispielsweise die Deutsche Hochdruckliga (DHL) eine eigene eHealth-Kommission. Diese soll Projekte für Hypertoniker in der Fläche umsetzen sowie eine Aufnahme der Telemedizin in die Regelversorgung vorantreiben.

Allmählich erkennen auch mehr und mehr Krankenkassen den Nutzen der Telemedizin. So hat der Erweiterte Bewertungsausschuss nach langen Verhandlungen unlängst auf Initiative der KBV die Aufnahme einer ersten telemedizinischen Leistung in den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) beschlossen. Mit der Folge, dass ab April 2016 die Kontrolle spezieller Herzschrittmacher als erste telemedizinische EBM-GOP abrechenbar sein wird. Die Krankenkassen erstatten jedoch nicht nur immer mehr Leistungen, sie bieten diese sogar manchmal selbst an. Beispielsweise startete aktuell eine Kasse einen Telekonsildienst, bei dem niedergelassene Kinder- und Jugendärzte einen pädiatrischen Facharzt online zu Rate ziehen können, um unklare Diagnosen abzusichern und die Behandlung abzustimmen.

Auch von Seiten der Regierung wird Geld zur Unterstützung der Telemedizin bereitgestellt. Ministerien wie das für Bildung und Forschung oder jenes für Verkehr und digitale Infrastruktur stellen Gelder zur Verfügung, um entsprechende Projekte zu fördern. Und nicht zuletzt wird das seit Beginn dieses Jahres in Kraft getretene eHealth-Gesetz telemedizinischen Diensten einen kräftigen Schub verleihen. Denn erklärtes Ziel des Gesetzes ist u.a., die Telemedizin in Deutschland in die Fläche zu bringen.


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Über den Autor

Miriam Mirza

Die Journalistin Miriam Mirza hat Germanistik und Anglistik studiert und arbeitet als Fachredakteurin für das Magazin E-HEALTH-COM.

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