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Ein Beta-Tester berichtet aus der Praxis

| Miriam Mirza | ECM-Ratgeber

Günther Eckrieder
Günther Eckrieder, KABEG, Hauptabteilung Informatik, Kommunikations- und Medizintechnik

Im Interview berichtet Günther Eckrieder, Landeskrankenanstalten-Betriebsgesellschaft – KABEG, KABEG Management, Hauptabteilung Informatik, Kommunikations- und Medizintechnik, warum die KABEG als Beta-Tester zur Verfügung steht.

Bevor eine neue Softwareversion produktiv eingesetzt wird, gilt es, neben Tests unter Laborbedingungen, die in der Entwicklungsabteilung durchgeführt werden, Testläufe bei Anwendern unter realitätsnahen Bedingungen zu absolvieren. Durch solche Anwendertests können Fehlfunktionen erkannt oder Probleme bei der Bedienung beseitigt werden. Insbesondere bei nicht standardisierten Lösungen, die individuell an Kundenanforderungen angepasst worden sind, ist es schwierig, alle Einsatzszenarien der Software bei Softwaretests abzubilden. Das gilt auch für das PEGASOS-System.

In Kürze wird ein neues Release veröffentlicht. Dieses wird zahlreiche neue Funktionen und Optimierungen enthalten, die ohne die Unterstützung von Beta-Testern nicht möglich oder nur schwer umzusetzen wären. Aus diesem Grund ist NEXUS / MARABU immer auf der Suche nach Kunden, die bereit sind, Beta-Tester zu werden und sich aktiv an der Verbesserung von PEGASOS zu beteiligen. Günther Eckrieder, Systembetreuer in der Landeskrankenanstalten-Betriebsgesellschaft - KABEG berichtet, warum sich die KABEG-Häuser nicht zum ersten Mal an den Beta-Tests beteiligen.

Herr Eckrieder, Sie sind Systembetreuer im LKH Klagenfurt. Können Sie ein paar Eckdaten Ihres Krankenhauses nennen?

Die Kärntner Landeskrankenanstalten-Betriebsgesellschaft – KABEG, ist die Betriebsgesellschaft der Landeskrankenhäuser in Kärnten. PEGASOS wird in 4 von 5 Häusern als Krankengeschichtenarchiv eingesetzt. Im fünften Haus erfolgt aktuell die Ablöse der vorherigen Archiv-Lösung durch PEGASOS. Das LKH Klagenfurt hat ca. 1300 Betten und gehört zu den Landeskrankenanstalten-Betriebsgesellschaft – KABEG. Wir haben etwa 4500 Mitarbeiter und sind ein Schwerpunktkrankenhaus mit 28 Fachabteilungen und vier Instituten. Seit 1998 setzen wir das PEGASOS-Archiv als Ablöse für die Mikroverfilmung von Krankengeschichten ein.

Sie sind nicht das erste Mal Beta-Tester. Was hat Sie dazu bewogen?

Für uns ist unsere Tätigkeit als Beta-Tester sehr wichtig, da wir als großer Krankenhausverbund sehr viele Anforderungen an das System definieren und so auf diese Art und Weise die erfolgten Änderungen frühzeitig in der Entwicklungsphase testen können. Dies ist sowohl für uns als Kunden, als auch die Firma MARABU, eine Win-Win-Situation. Wir schätzen die Zusammenarbeit mit MARABU sehr und das bereits seit mehr als 20 Jahren.

Warum ist ein Beta-Test generell aus Kundensicht wichtig?

Dadurch können bereits in der Entwicklungsphase wichtige Tests durchgeführt und Probleme direkt an die Entwicklungsabteilung von MARABU gemeldet werden. MARABU kann darauf schnell reagieren und uns als Kunden ist letztlich auch sehr geholfen. Der Nutzen liegt also für beide Seiten auf der Hand.

Können Sie beschreiben, wie der Ablauf ist und was Sie als Beta-Tester zu tun haben?

Es beginnt mit dem Erstellen einer Kopie der Produktiv-Datenbank. Als nächstes erfolgt ein Update der Datenbank-Kopie auf die neue Version. Dabei prüfen wir die Dauer des Datenbank-Updates, um die spätere Downtime des Produktivsystems einschätzen zu können. Anschließend werden die Log-Files und Meldungen an die Entwicklungsabteilung von MARABU gesendet. Die Entwickler prüfen die Laufzeiten der Skripte und gegebenenfalls aufgetretene Fehler. Nach dem Update der Datenbank erfolgt dann das Serverupdate. Im Anschluss werden die eigentlichen Tests des PEGASOS Win- und WebClients anhand von Testprotokollen durchgeführt.

Und wie laufen diese eigentlichen Tests ab?

Wir spielen in der Software wichtige Szenarien durch, die wir gemeinsam mit den Anwendern bei uns im Haus definiert haben oder bei denen es in der Vergangenheit schon einmal Probleme gab. Wichtig ist uns das Prüfen von Absprüngen aus dem KIS und Funktionen, die extra für uns eingerichtet wurden. Wenn man das regelmäßig testet, stellt sich eine Routine ein, so dass das schneller von der Hand geht. Darüber hinaus werden Schnittstellen sowie andere Importe automatisch getestet, da unser Testsystem regelmäßig mit entsprechenden Daten befüllt wird. Das XDS Repository wird von der ELGA-Testsystemlandschaft geprüft.

Was passiert, sollten Probleme auftauchen?

Wenn Probleme beim Update oder bei den Funktionstests auftreten, können sie als Video mit Screenshots und Beschreibungen an MARABU gesendet werden MARABU prüft diese dann und stellt Hotfixes bereit.

Ist ein Beta-Test aufwändig für Sie? Wie viele Personen sind z.B. wie lange damit beschäftigt?

Na ja, da es ein vollständiger Test für Update und Funktionen ist, ist der Aufwand nicht unerheblich. Denn es muss eine Datenbank-Kopie erstellt und in unserer Infrastruktur entsprechender Speicherplatz zur Verfügung gestellt werden. Mit den genannten Tests und der Übermittlung etwaiger Probleme an MARABU ist eine Person etwa drei Tage beschäftigt.

Erhalten Sie nach Ihrer Rückmeldung ein Feedback, wie diese bearbeitet wurde?

Da ist MARABU immer recht schnell: Rückmeldungen kommen innerhalb von ein bis zwei Tagen und meistens bereits mit Lösungen in Form von Hotfixes für ein gemeldetes Problem.

Können Sie ein Beispiel für eine Ihrer Rückmeldungen nennen?

Beim Beta-Test der 7.4.1 musste z.B. die „pos-common.jar“-Datei ersetzt werden. Das hat alles problemlos funktioniert. Wir sind sehr zufriedene Kunden der MARABU und stehen darum trotz des Aufwandes auch beim nächsten Release als Beta-Tester zur Verfügung.

Möchten auch Sie Beta-Tester für PEGASOS werden? Dann melden Sie sich gern bei Maria Dietz. Sie verantwortet bei NEXUS / MARABU die Softwaretests.

Das Interview führte Miriam Mirza.

Über den Autor

Miriam Mirza

Die Journalistin Miriam Mirza hat Germanistik und Anglistik studiert und arbeitet als Fachredakteurin für das Magazin E-HEALTH-COM.

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