Startseite / Magazin / Nachricht

Die Rolle des Arztes im digitalisierten Gesundheitswesen

| Miriam Mirza | Aus der Branche

Ärztin mit Tablet

Die Digitalisierung bringt tiefgreifende Veränderungen für das Gesundheitswesen mit sich. Nicht nur Arbeitsprozesse werden schneller und einfacher, auch die Rolle des Arztes verändert sich. Darüber hinaus setzt sie bei Medizinern neue Kompetenzen voraus, um die Technik so zu beherrschen, dass sie den größtmöglichen Nutzen für die Versorgung der Patienten bringt. Damit müssen Krankenhäuser und Ärzte umgehen und sich rechtzeitig anpassen.

Digitale Kompetenzen sind gefragt

Die fortschreitende Technisierung in der Medizin hat viele Vorteile: So kommen Ärzte schneller an Informationen, Gesundheitsdaten können gespeichert und ausgewertet werden. Um aber das Potenzial der Digitalisierung voll ausschöpfen zu können, brauchen Mediziner digitale Kompetenzen. Diese werden jedoch im Studium nicht ausreichend vermittelt. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Digital Natives als Konsumenten sehr kompetent sind. Wenn es aber um berufsspezifische digitale Handlungskompetenzen geht, sind ihre Fähigkeiten oft nur unzureichend. Das hat Konsequenzen für die spätere Tätigkeit von Medizinern im Krankenhaus. Denn hier sind eben diese Kompetenzen gefragt.

Im Arbeitsleben müssen Ärzte den Umgang mit der Technik beherrschen. Und sie müssen in der Lage sein zu entscheiden, bis zu welcher Grenze deren Einsatz sinnvoll und zum Wohle des Patienten ist. Inzwischen gibt es an Universitäten erste Bemühungen, entsprechende Lehrinhalte anzubieten.

Mehr Transparenz – auch bei Fehlern

Ist erst einmal die elektronische Patientenakte eingeführt, wird alles offengelegt: Welcher Arzt, wann welche Diagnose gestellt hat, welche Therapie verordnet wurde und wie der Behandlungsverlauf war. Das schafft Transparenz, was wiederum das Vertrauen in die medizinische Arbeit stärkt. Es macht Ärzte allerdings auch angreifbar, denn auch ihre Fehler werden sichtbar. Das dürfte bei einigen Medizinern auch mit Ängsten verbunden sein. An dieser Stelle gilt es, dies in die medizinische Ausbildung einzubinden und angehende Ärzte darauf vorzubereiten.

Der informierte Patient

Die Digitalisierung hat noch eine weitere wichtige Rollenveränderung losgetreten. Immer mehr Patienten kommen durch die Befragung von „Dr. Google“ oder durch den einfach zugänglichen Austausch in Foren oder Chats mit Vorwissen in die Praxen und Krankenhäuser. So manchem Arzt mag das nicht so recht gefallen. Aber gemeinsam mit dem Trend zur Selbstüberwachung und -optimierung der eigenen Gesundheit durch Wearables und Smart Devices zeigt diese Entwicklung, dass sich die Rolle des Arztes verlagert vom allwissenden „Gott in Weiß“ hin zu einem Partner, der seine Patienten unterstützt und leitet. Je komplexer das Gesundheitswesen wird, desto bedeutender wird die Kommunikation zwischen Arzt und Patient. In der Arzt-Patienten-Beziehung ist also der menschliche Kontakt und Austausch wichtiger denn je, damit sowohl Mediziner als auch Patienten die Vorteile der Digitalisierung im Gesundheitswesen nutzen können.

Über den Autor

Miriam Mirza

Die Journalistin Miriam Mirza hat Germanistik und Anglistik studiert und arbeitet als Fachredakteurin für das Magazin E-HEALTH-COM.

Zurück