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Deutsche Krankenhäuser müssen beim Thema Digitalisierung und Datensicherheit aufholen

| Miriam Mirza | Aus der Branche

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Wenn es um den Einsatz von eHealth im Akutkrankenhaus geht, gibt es gute Nachrichten: Laut der europäischen Studie „European Hospital Survey - Benchmarking Deployment of eHealth services“, die die EU Kommission Mitte dieses Jahres vorgestellt hat, hat dieser in Gesamteuropa zwischen 2010 und 2013 zugenommen. Allerdings gibt es auch Bereiche, in denen einzelne Länder noch mehr tun könnten. Das betrifft auch Deutschland. Während der Untersuchung stellte sich nämlich heraus, dass deutsche Kliniken in Sachen Digitalisierung und Vernetzung nur wenig über dem EU-Durchschnitt noch hinter Frankreich, Spanien und Irland liegen. Als Spitzenreiter konnten sich die skandinavischen Länder mit Schweden und Finnland sowie Großbritannien durchsetzen. Schlusslichter waren Slowenien, Griechenland und Polen.

Der Vergleich zeigt: Um auch international mithalten zu können, müssen sich Kliniken in Deutschland weiter anstrengen. So besitzen 12 Prozent der Häuser gar keine elektronische Patientenakte. Und auch beim Thema elektronische Datenübermittlung, z.B. in Form von Patienteninformationen, Diagnosen oder Laborergebnissen, sind andere Länder wie Dänemark, Schweden oder die Niederlande deutlich besser aufgestellt. Im Bereich ePrescribing (elektronisches Rezept) liegt Deutschland sogar 6 Prozent unter dem europäischen Durchschnitt. Lediglich ein Drittel der befragten deutschen Krankenhäuser tauscht Daten mit externen niedergelassenen Ärzten aus – in Dänemark tun das mit 94 Prozent fast alle Kliniken.

Doch nicht nur die Digitalisierung und Vernetzung sollte vorangetrieben werden, auch der Datenschutz bedarf einer Verbesserung. Die meisten Häuser der Akutversorgung (98 Prozent) haben zwar passwortgeschützte Zugänge zu ihren IT-Systemen. Zusätzliche Schutzmaßnahmen wie z.B. durch digitale Signaturen (25 Prozent) sind jedoch nur wenig verbreitet, so das Ergebnis der Studie.

Das nur mäßige Abschneiden Deutschlands im internationalen Vergleich könnte nicht zuletzt daran liegen, dass noch nicht genug für die IT der Krankenhäuser aufgewendet wird. 60 Prozent der Akutkrankenhäuser investieren lediglich 1 bis 3 Prozent ihres Gesamtbudgets in diesen Bereich. 19 Prozent der Kliniken geben laut der europäischen Studie sogar weniger als 1 Prozent aus. Beim Spitzenreiter Dänemark planen 50 Prozent der Kliniken sogar mehr als 5 Prozent ihres Finanzetats für die IT ein.

Für die Untersuchung wurden 1.717 Akutkrankenhäuser in der EU und darüber hinaus in Kroatien, Island und Norwegen in Telefoninterviews befragt. In Deutschland haben 201 Krankenhäuser an der Befragung teilgenommen.

Weiterführende Informationen

Elektronische Patientenakte

PEGASOS Lösungen für die Digitalisierung und Vernetzung im Gesundheitswesen:

Über den Autor

Miriam Mirza

Die Journalistin Miriam Mirza hat Germanistik und Anglistik studiert und arbeitet als Fachredakteurin für das Magazin E-HEALTH-COM.

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